
FAMILIENÖKONOMIE UND -POLITIK
Die Arbeitsgruppe Familienökonomie befasst sich mit im Haushalts- und Familienzusammenhang getroffenen Entscheidungen. Hierzu gehören das Familiengründungsverhalten von Paaren – und hierbei insbesondere der Input der Väter – ebenso wie familiäres Konsumverhalten, Migrationsentscheidungen sowie Entscheidungen der Partner zur Zeitverwendung auf Hausarbeit, Erwerbsarbeit und Freizeit.
In Westdeutschland bekommen gerade hoch qualifizierte Frauen ihre Kinder immer später oder bleiben gar kinderlos. Die Arbeitsgruppe analysiert die Opportunitätskosten von Kindern und berechnet mit modernen ökonometrischen Methoden die Einkommensausfälle von Frauen, die diese durch geburtsbedingte Erwerbsunterbrechungen erleiden.
Langwierige Erwerbsunterbrechungen bzw. definitive Erwerbsabbrüche verursachen nicht nur private Kosten bei den betroffenen Frauen bzw. Familien, sondern auch hohe gesamtwirtschaftliche Kosten: Betrieben entgeht die Rendite getätigter Humankapitalinvestitionen, die Gesellschaft vergeudet wertvolle Potenziale, Mütter- und Kinderarmut greifen vermehrt um sich, während gleichzeitig rückläufige Geburtenraten die Bevölkerungsalterung forcieren.
Beispiele aus dem Ausland zeigen, dass sich hohe Geburtenraten und hohe Mütter-Erwerbsbeteiligung nicht widersprechen müssen, wenn Beruf und Familie miteinander vereinbar sind. Die Arbeitsgruppe richtet ihr Augenmerk daher insbesondere auf die Rahmenbedingungen im In- und Ausland, die Unternehmen und Politik für familienbedingte Entscheidungen setzen: Welchen Einfluss haben betriebliche Modelle zur Arbeitszeitflexibilisierung, welche Effekte haben Elterngeld, Elternzeit oder das Angebot an institutioneller Kinderbetreuung auf das Familiengründungs- und Erwerbsverhalten? Die Arbeitsgruppe ergänzt hier wirtschaftstheoretische Erkenntnisse durch empirische Belege und gibt Handlungsempfehlungen für verantwortliche Akteure in Politik und Wirtschaft.
Ansprechpartnerinnen:
- Christina Boll (Leitung)
- Nora Reich
Publikationen:

- Tolciu, A. (2010). Frauenerwerbstätigkeit: Wertewandel in der Gesellschaft?, Wirtschaftsdienst, 90. Jg., Nr. 8, S. 501-502.
- Boll, C. (2010). Wie leben und arbeiten Hamburgs Eltern? Auftrag und Chance für Hamburger Unternehmen, HWWI Update, 07 - Beilage, S. I-II, ISSN 1860-6903, ISSN (Internet) 1860-7713.
- Boll, C., N. Reich (2010). Wie leben und arbeiten Hamburgs Eltern? Auftrag und Chance für Hamburger Unternehmen, HWWI Policy Paper, 1-33, Hamburg, Juli, ISSN 1862-4960.
- Reich, N. (2010). Who Cares? Determinants of the Fathers‘ Use of Parental Leave in Germany, HWWI Research Paper, 1-31, Hamburg, Juni, ISSN 1861-504X.
- Boll, C. (2010). Mind the gap! The amount of German mothers’ care bill and its game theoretical issues, HWWI Research Paper, 1-29, Hamburg, März, ISSN 1861-504X.
- Reich, N. (2009). Kinderlosigkeit in Deutschland. Gleichbehandlung von Frauen und Männern in der amtlichen Statistik gefordert, Innovative - Zeitschrift des Nordelbischen Frauenwerkes, Nr. 21, S. 31.
- Boll, C. (2009). Einkommenseffekte von Erwerbsunterbrechungen – mit besonderer Berücksichtigung möglicher Elterngeldeinflüsse auf das Unterbrechungsmuster –, HWWI Policy Paper, 1-21, Hamburg, November, ISSN 1862-4960.
- Boll, C. (2009). Weihnachten im Spätsommer, HWWI Standpunkt, September.
- Reich, N. (2009). Kinderlosigkeit in Deutschland: Was macht Mann?, HWWI Standpunkt, August.
- Reich, N. (2009). Familienpolitik: Was kann Deutschland von anderen Ländern lernen?, HWWI Update, 03, ISSN 1860-6903, ISSN (Internet) 1860-7713.
- Boll, C. (2009). Equal Pay Day am 20. März 2009: Welches Viertel der Lohnlücke wirklich zählt, HWWI Standpunkt, März.
- Boll, C. (2009). Lohneinbußen durch Geburten: Lange Nachwehen vorprogrammiert, HWWI Update, 01, ISSN 1860-6903, ISSN (Internet) 1860-7713.
- Boll, C. (2009). Lohneinbußen durch geburtsbedingte Erwerbsunterbrechungen - fertilitätstheoretische Einordnung, Quantifizierung auf Basis von SOEP-Daten und familienpolitische Implikationen, HWWI Research Paper, 1-19, Hamburg, Januar, ISSN 1861-504X.
- Reich, N. (2008). Wer profitiert vom Kinderbetreuungsgeld?, HWWI Standpunkt, Dezember.
- Reich, N. (2008). Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz in Deutschland: Analyse potenzieller Effekte auf Geburtenzahl und Fertilitätsstruktur, HWWI Policy Paper, 1-10, Hamburg, Dezember, ISSN 1862-4960.
- Straubhaar, T. (2008). Familienpolitik ist Wirtschaftspolitik, HWWI Update, 10, S. 3, ISSN 1860-6903, ISSN (Internet) 1860-7713.
- Boll, C. (2008). Aufschiebende Effekte für die Geburten durch das Elterngeld?, HWWI Update, 07, S. 1-2, ISSN 1860-6903, ISSN (Internet) 1860-7713.



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